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Ebisquare? Wozu?


Entwicklung ist Veränderung und gehört zum Leben. Das gilt auch für Bauten, seien dies Kirchen, Wohnhäuser, Verkehrswege, Bahnhöfe, Läden, Geschäftshäuser, Theater, Gewerbebetriebe usw. Für alle solche Veränderungen soll jedoch der Respekt vor dem Bestehenden und das menschliche Mass gelten. Das bedeutet, dass die bestehenden Strukturen der Ausgangspunkt für neue Bauten sein sollen. Konkret: Ebikon ist ein Dorf mit einem Zentrum. Dieses Zentrum soll Ausgangspunkt sein, wenn es gilt, neue Strukturen zu schaffen, neue Bedürfnisse zu decken. Es hat hier bereits Läden, Geschäftsräume, usw. Wenn diese nicht ausreichen, so können sie vergrössert werden. Wir brauchen kein neues Einkaufszentrum abseits. Wir brauchen auch keinen Ort, wo die halbe Schweiz nachher einkaufen und sich vergnügen soll. Denn diese halbe Schweiz wird zum grössten Teil mit dem Auto kommen.

Beachte: der Ebisquare wird riesig, grösser als die Einkaufszentren, die wir schon haben, z.B. in Emmen.

Und überhaupt: was soll das werden, dieser Ebisquare? Wenn ich die Präsentation des Ebisquares anschaue, so fühle ich mich in einen Science-fiction-Film versetzt. Eine Art künstlicher Raumstation, mit Gärten unter Dach, ist hier geplant. Wozu das? Ist das die neue Art von Naturerlebnis, künstliche Gärten, gedeckt und abgeschirmt von der Welt, womöglich mit künstlichen Gewittern und Stürmen? Ist unsere natürliche Umwelt so gefährlich geworden, dass sie durch künstliche Welten ersetzt werden muss?

Ebisquare, diese künstliche Welt, ist unnötig und deshalb soll der Zonenplan so nicht genehmigt werden. Ein neues Projekt, das die Bedürfnisse der Firma Schindler und der Gemeinde Ebikon abdeckt, schaue ich mir gerne an. Ein Nein zum Zonenplan macht den Weg zu so einem neuen Projekt frei.

Noch etwas zur Rolle des VCS. Der VCS hat die Möglichkeit, Projekte daraufhin zu überprüfen, ob sie der Gesetzgebung im Bereich Umwelt entsprechen. Dies hat er getan. Der Weg dazu führt über eine Einsprache und über Verhandlungen mit der Bauherrschaft. Der VCS hat dabei erreicht, was im Rahmen der (leider largen) Gesetze möglich ist und deshalb seine Einsprache zurückgezogen. Das heisst jedoch nicht, dass der VCS das Projekt sinnvoll findet. Er engagiert sich deshalb ebenfalls dafür, den Bebauungsplan abzulehnen. Die Gründe dafür sind, dass Ebisquare zuviel Verkehr bringt und dass das bestehende Strassennetz das nicht erträgt. Das ändert sich auch mit dem neuen Autobahnzubringer Buchrain nicht. Der Mehrverkehr bringt unerträgliche Belastung für die Bevölkerung.

Ebisquare bringt Mehrverkehr

Es ist unbestritten, dass der Ebisquare Mehrverkehr mit sich bringen wird. Zwar ist geregelt, dass die Überbauung auch mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen werden muss. Trotzdem werden viele Besucherinnen und Besucher mit dem Auto anreisen. Die Befürworter wollen uns weismachen, dass dadurch auf der Hauptstrasse kein Mehrverkehr entstehe. Denn der Ebisquare könne ja nur gebaut werden, wenn der Autobahnzubringer erstellt sei, und dadurch würde auf der Kantonsstrasse kein Mehrverkehr entstehen. Dies stimmt nicht. Im Reglement zum Bebauungsplan "Ebisquare" steht: "§ 27 Abs 4 Ohne lärmtechnische Massnahmen auf der Kantonsstrasse K 17 kann die Baubewilligung für die erste Etappe erst erteilt werden, wenn ... die zuständige Instanz den für den Zubringer Rontal notwendigen Kredit beschlossen hat." Im Klartext heisst dies: wenn auf der Kantonsstrasse lärmtechnische Massnahmen ausgeführt werden, kann die erste Etappe auch ohne den Autobahnzubringer realisiert werden. Lärmtechnische Massnahmen sind beispielsweise Schallschutzfenster für alle betroffenen Wohnungen.

Wieso wird diese Tatsache so gut versteckt? Das heisst doch nichts anderes, als dass wir, falls wir Ja sagen, plötzlich einen Teil des Ebisquare haben, auch wenn der Autobahnzubringer nicht kommt. Und dann kommt aller Verkehr auf die Kantonsstrasse! Deshalb Nein zu diesem Grossprojekt. Mit einem Nein machen wir den Weg frei für vernünftige Lösungen.

Roni Vonmoos-Schaub, Grünes Bündnis Ebikon

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